Zum Hauptinhalt springen

Workshop der 3CHBT zum Thema "Democracy. Emotional Map"

Regine Stangl |

Am 30.04.2024 fand im Oskar Dorner-Saal von 8.00 – 12.00 unter Leitung der Englischprofessorin Regine Stangl ein vom OeAD geförderter Workshop in englischer Sprache mit zwei externen Referenten zum Thema „Demokratie“ statt. Die Aktualität der Thematik spiegelt sich in den täglichen Nachrichten über Kriege und die Unterdrückung demokratischer Strömungen weltweit wider und wird auch geprägt von bevorstehenden Wahlentscheidungen auf nationaler und internationaler Ebene in diesem Jahr.

Dr. Christina Merl (Verein Poetry in Business, Wien) und Eric Willelmsen (freiberuflicher Journalist, u.a. für die US-Nachrichtenagentur „Associated Press“) führten den Workshop gemeinsam durch. Dieser mit Schwerpunkt auf 21st Century Skills veranstaltete  Workshop fand in dieser Form zum 4. Mal an der HTL Villach statt, zuletzt in den Abteilungen für Medientechnik und Informatik (Berichte auf der Homepage unter den jeweiligen Abteilungen, 2021, 2022, 2023).

Als Einstieg wurde erhoben, wie viel Erfahrung die Schüler mit dem Thema Demokratie haben und es stellte sich heraus, dass im Fach Geographie vor Kurzem darüber gesprochen wurde. Das tägliche Lesen der Zeitung wurde nur vereinzelt erwähnt, soziale Medien spielen bei der Informationssuche eine größere Rolle. In einem Brainstorming über eine bekannte Plattform wurden die demokratischen Werte der Schüler erhoben, siehe Foto.

Eric Willemsen berichtete, auf welcher Basis Artikel zustande kommen. Tiefgründige Recherchen sind oft erst nach veröffentlichter Erstinformation möglich, da die Nachrichten, die durch die Agenturen zur Verfügung gestellt werden, schnell in Form von Berichten publiziert werden müssen. Dies geht natürlich mit der Gefahr eines Qualitätsverlustes und der Verbreitung von „Fake News“ einher. Kontakte von Schülern mit Falschinformationen wurden erörtert. Interessant zu diesem Thema ist, dass ein paar Tage nach diesem Workshop, also Anfang Mai 2024, auf ORF.at ein Bericht zum Thema Pressefreiheit von „Journalisten ohne Grenzen“ veröffentlicht wurde, der ein Abfallen Österreichs vom 29. auf den 32. Platz feststellte. Als wesentlicher Grund für diese Verschlechterung wird medial die Verflechtung von Politik und Berichterstattung (gekaufte Umfragen etc., wohlwollende Berichterstattung durch Zeitungen gegen finanzielle oder andere Vorteile) kolportiert. Die skandinavischen Länder mit Norwegen an der Spitze sind im Ranking 2023 im oberen Feld angesiedelt. Dies veranschaulicht umso mehr, dass der demokratische Wert unabhängiger Berichterstattung ein wesentliches demokratisches Gut ist, dessen Erhalt für eine offene Gesellschaft und eine funktionierende Demokratie unerlässlich ist.

Im Workshop wurden die Ergebnisse des Democracy Index 2023 beleuchtet (Quelle: Economic Intelligence Unit), der echte Demokratien weltweit hybriden und totalitären Formen entgegenstellt. Dabei zeigte sich, dass eine solche Wertedemokratie kaum mehr verbreitet ist (8 Prozent aller Länder) und sich einige Länder aus unterschiedlichen Gründen von diesen Idealen (teilweise) verabschiedet haben. Diskussionen über den Zustand der Demokratie als Regierungsform werden öffentlich sehr emotional geführt. Seit dem Jahre 2006 erreichte dieser Democracy Index 2023 seinen Tiefpunkt mit 40 Prozent autokratisch regierten Ländern weltweit.

In einer Team Challenge in Form von Gruppenarbeit mit anschließenden Präsentationen wählten die Schüler auf Basis des Grundrissplans des Erdgeschosses der Schule Orte, wo ihrer Meinung nach demokratische Werte und Rechte gelebt werden. Dies erforderte auch das Bilden von Kompromissen und deren Begründung in den Präsentationen. Auch dies ein demokratischer Prozess. Als demokratischer Ort wurde die Turnhalle erwähnt, wo Gruppen- und Einzelerfolge gefeiert werden und die ein Ort des Miteinanders ist. Auch der Direktionstrakt mit seinen Bildern und Ausstellungsstücken wurde als einladend und freundlich beschrieben. Ein Ausdruck von Demokratie findet sich auch in der Architektur, wo das Miteinander im Gestaltungsprozess ihren Niederschlag findet. Im Gegensatz dazu steht der Laborbereich, der mit schwierigen Prüfungen und Angst assoziiert wird.

Demokratie spielt sich für die Teilnehmer auf einer zwischenmenschlichen Ebene ab, manifestiert sich aber auch in der architektonischen Gestaltung.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die teilnehmenden Schüler auch der Bildung eine wesentliche Bedeutung zusprechen, wenn es um das Leben von demokratischen Werten geht. Je mehr man weiß und je mehr man Werte wie Problemlösungskompetenz, Empathie, und Kreativität in sein Leben integriert, desto mehr kann man am demokratischen Prozess partizipieren.

Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, mit Schülern an der Erweiterung dieser Kompetenzen zu arbeiten. Dies in englischer Sprache zu tun, ist natürlich eine zusätzliche, lohnende Herausforderung.

Das Projekt war auch von abteilungsübergreifende Relevanz, da sich eine Schülerin und zwei Schüler der 3AHITM (Medientechnik), die letztes Jahr selbst teilgenommen hatten,  dankenswerterweise bereit erklärten, Interviews und Eindrücke des Workshops zu filmen und ein Video mit Untertiteln zu produzieren.