Exkursion der Bauhandwerker-Klassen zum Semmering-Tunnel
Ein Brettschichtholz-Hersteller, die Stadt Graz sowie der Semmering-Basistunnel waren Ziel unserer Bauhandwerker-Klassen.
Das 4. sowie das 6. Semester unserer Bauhandwerker-Ausbildung beendeten die heurigen Kurse mit einer zweitägigen Exkursion zu holztechnischen und tiefbauspezifischen Schwerpunkten. Inhaltlich und kulinarisch perfekt organisiert von Prof. Anne-Sophie Plasounig starteten wir am Montag, dem 17. März 2025, zum Brettschichtholz-Hersteller Pabst in Zeltweg. Dort faszinierte nicht nur die Möglichkeit, weit über 30 m lange BSH-Träger herzustellen. Auch die sonstigen Rahmenbedingungen, wie die Energiebereitstellung sowie die Nutzung der Abfälle als qualitätsvolle Nebenprodukte, zeugten von einer kontinuierlich durchdachten Produktionskette.
Südlich der Stadt Graz war dann der dortige Flughafen unser nächstes Ziel. Nicht nur die baulichen Eckdaten, vor allem auch die orgaisatorische Komplexität und die im Hintergrund wirksame Infrastruktur brachten uns zum Staunen. Die immens großen Feuerwehr-Fahrzeuge von der Nähe zu sehen, machte selbst bei aktiven Feuerwehr-Mitgliedern enormen Eindruck.
In Graz selbst war die frühere Studienzeit der Kollegin Plasounig ein Quell der Ortskenntnis und der diversen kulinarischen Expertinnentipps.
Der Dienstag, der 18. März 2025, war zur Gänze dem Semmering-Basistunnel gewidmet. Nach einer historschen, geologischen und bautechnischen Einführung im Bahnhof Mürzzuschlag ging es zum dortigen Portal des über 27 km langen zweiröhrigen Großbauwerks. Nach dem Bereich der Einbindung in die bestehenden Gleisanlagen führten uns die ÖBB-Mitarbeiter einige hundert Meter hinein zum ersten Querschlag, einer von zahlreichen sicherheitsrelevanten Querverbindungen zwischen den beiden Tunnelröhren. Die Durchschläge beider Röhren sind schon vor einiger Zeit erfolgt, und auch die Auskleidung der Röhren selbst ist bereits weit fortgeschritten. Bis jedoch die gleistechnische, die leitungstechnische und vor allem die sicherheitstechnische Ausrüstung installiert und ausführlich getestet sind, werden noch einige Jahre vergehen.
Da wir mit Bauhandwerkern unterwegs waren, also in der Praxis tätigen Polier-Schülern, ergab sich auch die nette Situation, dass einige von ihnen einen der am Querschlag tätigen Eisenbieger kannten, da sie an einer anderen Tunnelbaustelle bereits mit ihm gemeinsam gearbeitet hatten. Und auch für uns Lehrkräfte ist es immer eine Bereicherung, vom Wissen jener, die in der Praxis direkt an der Front stehen, enorm profitieren zu dürfen.
Fotos: Roman Karas