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KÄRNTNER DES TAGES

Datum: 30.10.2017
Kategorie: Hochbau HochbauMehr als TechnikSchule
Von: Nina Lorber

Marion Montiel-Cabrera und Daniel Kleber:
Architekten im Dschungel

Marion Montiel-Cabrera und Daniel Kleber bauten ein Waisenhaus auf Sri Lanka mit buddhistischer Hilfe.

Kleine Zeitung, Thomas Macher, 06.00 Uhr, 27. Oktober 2017
Das Team Foto © Privat

Das Team Foto © Privat

Marion Montiel-Cabrera und Daniel Kleber auf der Baustelle im Dschungel © Privat

Marion Montiel-Cabrera und Daniel Kleber auf der Baustelle im Dschungel © Privat

Die Affen lugten aus den Bäumen auf den Neubau in ihrer Nachbarschaft. Auf einem Hügel im Dschungel von Sri Lanka, direkt neben einer Teeplantage schichteten Studenten Ziegelstein auf Ziegelstein für das neue Waisenhaus. „Der Bauleiter ist ein buddhistischer Mönch. Der organisiert das super und macht dabei noch Witze. Ich hab immer gedacht, die sind megaernst“, sagt Marion Montiel-Cabrera und lacht. Die 24-jährige Villacherin studiert an der Technischen Universität München Architektur. Für das Bauprojekt auf Sri Lanka wurde sie gemeinsam mit 19 anderen Münchner Studenten ausgewählt. Darunter auch Daniel Kleber der aus Schiefling stammt. Die beiden Kärntner haben sich erst durch das Projekt kennengelernt.

Von August weg, haben sie den Bau des Hauses aus roten Ziegelsteinen gemeinsam geplant. Wenn es fertig ist, sollen 20 Kinder einziehen. Kinder, die aus schwierigen Verhältnissen kommen, misshandelt wurden.

Als ich von dem Projekt gehört habe, wollte ich unbedingt mitmachen. Das ist der Traum jedes Architekten“, sagt der 27-jährige Kleber. Viel Verantwortung ist es auch: „Wir arbeiten eigenständig. Für mich ist es das erste große Projekt. Da war schon ein bisschen Nervosität dabei“, sagt Montiel-Cabrera.

Doch die Studenten, Mönche und Arbeiter waren bisher erfolgreich. Dach und Wände sind fertig. Die Mission des Teams aus München ist damit vollendet: „Wir haben unsere Zelte abgebrochen und das Bauwerk an die Einheimischen übergeben“, sagt Kleber.

Die kümmern sich nun noch um Möbel, Wandputz, Toiletten und anderes. Ende Oktober soll alles für die Kinder bereit sein.

Für ihre harte Arbeit belohnten sich Kleber und Montiel-Cabrera, indem sie sich Sri Lanka ausgedehnt angeschaut haben. „Ich war bei einem Hochland-Tempel und am Meer. Das Land ist wirklich wunderschön“, sagt Montiel-Cabrera. Nur das Essen hätte etwas abwechslungsreicher sein können. Während ihrer Zeit am Bau gab es für die Studenten dreimal am Tag nur Reis mit Curry. „Zum Schluss habe ich schon richtig Lust auf ein Wiener Schnitzel gehabt“, sagt Montiel-Cabrera und schmunzelt.

Das wird es für die beiden sicher zuhause in Kärnten geben. Ob sie jemals dauerhaft in ihre alte Heimat zurückkehren werden, können die zwei künftigen Architekten noch nicht sagen. Zuerst wird einmal fertig studiert. Dann geht es vielleicht noch weiter in die weite Welt. Denn: „Als Architekt kannst du ja eigentlich überall arbeiten.“ – sogar im Dschungel.

Kleine Zeitung, Thomas Macher, 06.00 Uhr, 27. Oktober 2017