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Barbara-Fahrt 2016/2017

Datum: 19.02.2017
Kategorie: Tiefbau Tiefbau
Von: Roman Karas

Die alljährliche traditionelle Tiefbau-Exkursion "Barbara-Fahrt" fand heuer vom 9. bis 11. November 2016 statt. Organisiert sowie begleitet wurde diese von unseren Klassenvorständen Prof. Gottfried Pinter und Prof. Roman Karas. Weiters begleiteten Frau Prof. Manuela Winkler, Herr Prof. Rudolf Lepuschitz und einige pensionierte Lehrkräfte unsere Lehrfahrt.

5AHBTT vor der Barbara-Nische des Koramtunnels

5AHBTT vor der Barbara-Nische des Koramtunnels

Tunnelröhre mit Bewetterung

Tunnelröhre mit Bewetterung

Erläuterung direkt in der Tunnelröhre

Erläuterung direkt in der Tunnelröhre

Tunnelröhre mit Tübbing-Auskleidung

Tunnelröhre mit Tübbing-Auskleidung

Erläuterung der Baustelle und der Sicherheitsvorschriften

Erläuterung der Baustelle und der Sicherheitsvorschriften

Erläuterung des Vortriebs mittels Tunnelbohrmaschine

Erläuterung des Vortriebs mittels Tunnelbohrmaschine

4AHBTT beim Leimholz-Hersteller Pabst

4AHBTT beim Leimholz-Hersteller Pabst

Besichtigung Firma Pabst in Zeltweg

Besichtigung Firma Pabst in Zeltweg

Anfahrt Eisenerz mit Blick auf den Erzberg

Anfahrt Eisenerz mit Blick auf den Erzberg

Sitzungssaal im Rathaus von Eisenerz

Sitzungssaal im Rathaus von Eisenerz

Führung durch Eisenerz

Führung durch Eisenerz

Führung durch Eisenerz

Führung durch Eisenerz

Stollen zur Kläffer-Quelle bei Wildalpen

Stollen zur Kläffer-Quelle bei Wildalpen

Kläffer-Quelle mit Wiener Hochquellwasser

Kläffer-Quelle mit Wiener Hochquellwasser

Überlauf des Hochquellwassers in die Salza

Überlauf des Hochquellwassers in die Salza

Spielberg-Ring - im voest-alpine-Wing

Spielberg-Ring - im voest-alpine-Wing

The winners take it all

The winners take it all

Kontrollraum der Rennleitung

Kontrollraum der Rennleitung

Rennstrecke mit Spezialasphalt

Rennstrecke mit Spezialasphalt

5AHBTT & Lehrer am Spielberg-Ring

5AHBTT & Lehrer am Spielberg-Ring

Tag 1
Am 9. November 2016 besichtigten der vierte und fünfte Jahrgang der Abteilung Tiefbau den Koralmtunnel, eine der größten Baustellen Österreichs, auf der kärntnerischen Seite. Am Nachmittag stand dann mit der Firma Pabst in Zeltweg ein großer Leinholzhersteller auf dem Programm.

Unsere Besichtigung des Koralmtunnels wurde in drei Etappen gegliedert.

1) Information über das Projekt:
Vorerst wurde uns ein grober Überblick über das gesamte Projekt gegeben, von der Entstehung des Projektes über die Verwirklichung bis hin zu den voraussichtlichen Kosten und die Phasen bis zur Fertigstellung des Koralmtunnels.
Darüber hinaus wurden uns die Vorteile des Tunnels näher gebracht, wie zum Beispiel, dass sich die aktuelle Zug-Fahrzeit von Klagenfurt nach Graz von fast 4 Stunden auf weit unter eine Stunde reduzieren wird.

2) Herstellung der Tübbinge:
Auf der Baustelle befindet sich eine Produktionshalle zur Herstellung der Tübbinge (= ringförmige Tunnelwandelemente, hier aus Stahlbeton gefertigt), die für die Stabilisierung der Tunnelröhre benötigt werden.
Die Herstellung der Tübbinge erfolgt derzeit im Dreischichtbetrieb. Vorerst wird die Bewehrung für die Stahlbetonfertigteile in die richtige Form gebracht, miteinander verschweißt und dann in eine fertige Stahlschalung gelegt.
Nach dem Betonieren wurden die Tübbinge in einer Trocknungskammer gelagert, um dort die erforderliche Härte zu erlangen. Dieser Vorgang läuft zyklisch ab und dauert inkl. Aushärtung ca. 10 Stunden.

3) Besichtigung der Tunnelröhre:
Nachdem uns das theoretische Fachwissen etwas näher gebracht wurde, besichtigten wir den eigentlichen Koralmtunnel. Um zu diesem zu gelangen, fuhren wir mit einem Kleinbus durch einen kleinen Vortunnel. Dort angelangt, erklärte uns der Baustellenleiter die zwei beim Bau angewandten Methoden. Die kontinuierliche Methode mit der Tunnelbohrmaschine und die zyklische Methode mit Bohrung, Sprengung, Sicherung und Abtransport des Ausbruchsmaterials.

Dass die Firma Pabst im Schicht-Betrieb fertigt, ermöglichte uns trotz unserer Verspätung am späteren Nachmittag eine sehr umfangreiche Besichtigung der Werksanlagen in Zeltweg.

Vom Sortieren und Trocknen des Holzes über das vollständig automatisierte Keilzinken und Verleimen der Lamellen bis zum Stapeln und Pressen der fertigen Brettschichtholz-Querschnitte konnten wir alle Produktionsschritte besichtigen.
Das Besondere an der Firma Pabst ist ihre Fähigkeit, BSH-Träger mit einer Länge von bis zu 36 m herzustellen, was uns Einblick in die dafür erforderliche, durchaus imposante maschinelle Ausrüstung ermöglichte.

Tag 2
Weiter ging es dann am Donnerstag, dem 10.11.2016, mit einer Busfahrt vorbei am steirischen Erzberg in Richtung unseres nächsten Zieles, der Stadt Eisenerz. Schon allein die Busfahrt lohnte sich, da wir auf dem Weg zu unserem nächsten Bestimmungsort des riesigen Stahlwerkes der Voestalpine in Leoben-Donawitz und beachtlicher Brückenkonstruktionen beim Überqueren des Präbichls ansichtig wurden.

In der Stadt Eisenerz wurden wir herzlichst von Bürgermeisterin Christine Holzweber und Amtsleiter Thomas Iraschko empfangen, die uns in den Konferenzsaal des Rathauses führten. Wir wurden mit einem eher seltenen Problem in der Bautechnik konfrontiert - nämlich einer Stadt, deren Einwohner/innen/zahl rapide abnahm und weiterhin abnimmt, einer sogenannten "shrinking city". Relativ schnell wurde uns bewusst, dass viele damit verbundene Probleme nicht so einfach zu lösen sind. Auch umfangreiche bautechnische Kenntnisse helfen oft nicht weiter, wenn städtebauliche, vor allem jedoch finanzielle Rahmenbedingungen fast unverrückbare Vorgaben liefern. Uns wurden mehrere Projekte vorgestellt, die zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt beitragen und dadurch die Attraktivität für neue Ansiedelungen von Einwohner/inne/n und Gewerbebetrieben erhöhen sollen.

Anschließend machte der Baumeister von Eisenerz, Gregor Ruckhofer, mit unserer Gruppe eine Tour durch die Stadt, deren Wurzeln bereits ins 14. Jahrhundert zurückreichen.

Nach dem Mittagessen führte uns die weitere Reise zur kleinen Ortschaft Wildalpen, in deren Umgebung das Quellgebiet der 2. Wiener Hochquellenwasserleitung liegt. Dort angekommen stellte der Museumsmitarbeiter und gleichzeitig einer der Wildhüter dieser Gegend unser Bild des Wiener Wassers völlig auf den Kopf. Durch mehrere sehr interessante Vorträge über den Bau, die Instandhaltung oder die Finanzierung der Hochquellenleitung überzeugte er uns, dass das Wiener Wasser eines der qualitativ höchstwertigen weltweit ist.

Ein kleines Highlight bildete der Besuch eines Teilabschnittes der 180 Kilometer langen Leitung. Unser Guide führte uns zu einem unscheinbaren Haus am Straßenrand, öffnete eine Sicherheitstüre, und vor uns lag ein 80 Meter tiefer Stollen in den Berg hinein zur sog. Kläffer-Quelle. Durch die geringe Höhe des Stollens war ein einfaches Eintreten schwer möglich, doch was wir vorfanden, war all die Mühen wert. Vor unseren Augen floss jenes Wasser vorbei, das schon in einigen Stunden die Einwohner/innen Wiens versorgen wird.

Tag 3

Am Freitagmorgen ging es von unserem Quartier in Bruck an der Mur zum Spielberg-Ring. Dort angekommen, wurden wir mit einem Vortrag, in dem uns Grundlegendes über die Formel 1, DTM, Moto GP und die Bauten am Ring nähergebracht wurde, empfangen. Danach wurden wir durch die verschiedenen Gebäude geführt, die zur Durchführung eines Motorsport-Rennens, spezeill eines F1-Grand-Prix', nötig sind. Darunter waren der Raum der Race Control, in dem die Rennleitung das Rennen überwacht, sowie das Siegerpodium, auf dem wir ein paar Schnappschüsse machten, und die Boxengasse, die für jede Art von Rennen etwas anders gestaltet wird.

Daraufhin begaben wir uns wieder in den Bus und durften zum Erstaunen aller - speziell jedoch zur Freude unseres Chauffeurs - eine Runde auf der Rennstrecke drehen. Einen neuen Rundenrekord verhinderte das humorlose ESP des Busses, aber für einige herumkullernde Jacken und Rucksäcke reichten die Querbeschleunigungen allemal. In einer Kurve stiegen wir dann aus und erkundeten den im Frühjahr neu aufgebrachten Fahrbahnbelag, einen speziellen Rennasphalt, noch genauer.

Der Leiter sämtlicher Baumaßnahmen von Red Bull, Baumeister Christian Schluder - ein früherer Absolvent unserer Bauhandwerkerschule an der HTL Villach, lud uns dann überraschender Weise in den Schönberghof zum Mittagessen ein. In diesem Restaurant mit einem herrlichen Ausblick über die Rennstrecke und die umliegende Berglandschaft genossen wir den Abschluss unserer dreitägigen Exkursion. Vielen Dank an Red Bull für die gelungene Führung und das köstliche Essen!

Alles in allem war die gesamte Barbara-Fahrt sehr interessant und lehrreich, aber auch der Spaß kam nicht zu kurz!

Text:
4AHBTT (Katharina Korenjak)
5AHBTT

Fotos:
Gottfried Pinter
Roman Karas

 

Wir danken allen von uns besuchten Firmen und Institutionen - speziell den wunderbar hilfsbereiten Kontaktpersonen - ganz herzlich für ihre Mitwirkung beim Organisieren unserer Exkursion!

Opens external link in new windowÖBB Infrastruktur AG: Koralmbahn

Opens external link in new windowJohann Pabst Holzindustrie GmbH

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