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Linzreise der 1. Klassen Informatik

Datum: 06.10.2017
Kategorie: Informatik InformatikInformatik & Management
Von: Birgit Mitterdorfer

Linz, Eisenerz und Mauthausen waren die Ziele der Reise der ersten Klassen am Ende des vergangenen Schuljahrs.

Tag 1

Die Linzreise für die beiden 1. Klassen der Höheren Informatik vom 5. und 6.Juli 2017 konnte mit vielen spannenden Orten und Sehenswürdigkeiten aufwarten: Historisch wurde es in Mauthausen, technisch im Ars Electronica in Linz. „Glück Auf!“ hieß es am Erzberg in Eisenerz und beim Werk der Voest Alpine in Linz wurde später wieder daran angeknüpft.

Müde und schlaftrunken fanden sich die Schüler der 1AHIF und der 1BHIF bereits um 05:45 vor dem Schulgebäude ein. Um 06:00 war dann Abfahrt und die abenteuerliche Reise konnte auch schon beginnen – zumindest später dann, denn zu diesem Zeitpunkt wollte wohl jeder noch ein bisschen schlafen.

200 Kilometer sind es, die da zwischen Villach und Eisenerz liegen. Allmählich wurde es dann immer lauter im Bus bis wir gegen 09:30, abgesehen von einer kleinen Rast zwischendurch, unseren ersten Stopp hatten.

Es fehlte nur noch der typisch gelbe Schutzhelm und schon konnte die Tour beginnen:

Die Stadt Eisenerz liegt direkt beim Erzberg, bei dem heute noch Siderit im Tagbau gefördert wird. Mit einem Hauly, einem umfunktionierten Muldenkipper, welcher nun die schaulustigen Touristen transportiert, ging es hinauf auf den stufenförmigen Abbau. Dort oben erwartete uns eine schöne Aussicht und während des Fahrens viele Daten und Fakten rund um den Abbau am Berg.

Danach ging es mit einem kleinen Zug unter die Erde. In den dunklen Tunneln des Schaubergwerkes hatte es nur etwa 8°C, was die meisten wohl eben nicht kalt lies, hatten doch nur wenige eine Jacke dabei.

800 Meter gab es untertags zu gehen, dabei wurde uns viel vom Erzberg nähergebracht. Filmische Darstellungen über die Entstehung, bis hin zu einer Statue mit schuppig-grüner Fischhaut die aus einem kleinen Wasserbecken emporstieg – „Die Sage des Wassermanns vom Erzberges“, sollten unser Interesse an der Geschichte des historischen Mineralvorkommens wecken.

So mancher Schüler berichtete, dass einige seiner Freunde sich schon in den dunklen Gängen im Gebirge einnisten wollten, doch ist das ja auch kein Wunder. Die Lichtverhältnisse in den Klassenräumen der Informatiker sind ganz ähnlich.

Wieder an der Oberfläche war die Freude dann natürlich getrübt, die pralle Mittagssonne heizte das umliegende Gebiet nämlich stark auf. Die Schüler verglichen es damit, die Fensterjalousien in der Klasse zu öffnen – eine wahrlich grauenhafte Vorstellung!

Nach fröhlicher Stimmung im Bus, wurden alle jedoch schnell sehr viel besonnener. Das 2. Reiseziel war nämlich das größte Konzentrationslager auf österreichischem Boden, das „KZ Mauthausen“.

Bereits beim Betreten des Anwesens, welches Beweis eines dunklen Kapitels in unserer Geschichte, legte sich ein Schleier von Unbehagen über die Schüler.

Guides führten uns, in zwei Gruppen geteilt, durch die historische Anlage. Viele geschichtsreiche Objekte und Räume zeichnen diesen Ort aus. Die angebrachten Tafeln erklärten uns viel über die Insassen im Lager und die zuständigen Offiziere. Den Weg zum Bus bildete dann die sogenannte „Todesstiege“.

Es war sicherlich wichtig, dass auch die Schüler in unserer Klasse die Gedenkstätte Mauthausen besucht haben, ist sie doch ein wichtiger Zeitzeuge eines düsteren Teils unserer Geschichte. Denn so formulierte schon der Schriftsteller George Santayana: 

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Vom Bus in der Fußgängerzone bis vor den Eingang chauffiert, checkten wir anschließend im Hotel „Zum Schwarzen Bären“ im Herzen von Linz ein. Zwar machte es dem einen oder anderen Unmut, dass das Badezimmer in den meisten Zimmern nur durch eine nicht verschließbare Schiebetür abgetrennt war, doch glich dies das schöne und luxuriös eingerichtete Interieur wieder aus.

Der geplante Kinobesuch am Abend musste wegen Zeitmangel ausfallen. Als Ersatzplan ließen die Lehrer die Schüler in der Innenstadt eine Stunde Freizeit. Zuerst herrschte Bestürzung, war es doch keiner gewohnt, selbst eine Beschäftigung zu suchen. Doch nach einer Weile, einer Kugel Eis oder einem Getränk, schien das Ganze dann doch nicht so kompliziert.

Um 23:00 sollte man sich wieder im Hotel einfinden. Während sich so mancher müde ins Bett fallen ließ, fingen andere erst jetzt richtig an aufzuleben, denn für Informatiker ist die Nacht der Tag. Wäre doch ein Computer in der Nähe gewesen. So hielt es viele unserer Kollegen noch lange wach und der nächste spannende Tag wartete schon.

Tag 2

Nach einer langen, anstrengenden Nacht in unserer Unterkunft brach der zweite Tag unserer Linzreise an. Kurz nach einem ausgiebigen Frühstück und hastigem Packen fuhren wir zu unserem ersten Ziel – dem Ars Electronica Center in Linz. 

In dem modernen, die Kunst und Wissenschaft vereinenden Museum wurden uns innovative und kreative Ideen und Projekte vorgestellt. Die Führung durch das Gebäude beinhaltete einen kleinen Einblick in die moderne Robotik, Astronomie und Geographie. Nachdem wir eine Roboterrobbe gestreichelt und viele andere Roboter gesehen hatten, erlebten wir noch eine Vorführung in dem „Deep Space 8k“. Diese Vorführung beinhaltete fortgeschrittene 3D-Effekte, die auf eine 16 Meter hohen und 9 Meter breiten Wand projiziert wurden und einem das Gefühl gaben, mitten im Geschehen zu sein. Uns wurden aber auch Bilder und Videos gezeigt, wie zum Beispiel ein Bild, welches den Weltrekord für die beste Auflösung überhaupt hält – ein Panoramabild und Detailaufnahme des Mont Blanc.

Zu Mittag besuchten wir den Haribo Werksverkauf in Linz, in welchem natürlich fleißig Süßigkeiten erworben wurden. Nach einer kleinen Stärkung, die nicht hauptsächlich aus Süßem bestand, machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zum Linzer Standort der Voest Alpine. Dort angekommen ging es zügig mit einem Werksbus weiter, der uns durch das Werksgelände chauffierte. Während dieser Busfahrt wurden wir von einem Guide der Voest über das Werk informiert. Beim größten Hochofen des Betriebs hielten wir an, um durch ein Schaufenster die Arbeit eines Schmelzers und seines Teams zu beobachten. Wir erfuhren vieles über die Arbeitsbedingungen und Aufgaben dieser Schmelzer, doch auch über andere Berufsgruppen und Angestellte der Voest. Es gibt zum Beispiel eine eigene Feuerwehr und Polizei auf dem größten Industriegelände Österreichs. 

Abschließend wurden wir durch die Ausstellung der Stahlwelt der Voest Alpine geführt, in welcher auf der einen Seite die verschiedensten Endprodukte aus Stahl zusehen waren, aber auch die diversen Stahlarten und Rohstoffe wurden uns nähergebracht. 

Letztendlich war es eine schöne und informative Reise. Die Schüler sahen viel Spannendes, lernten einander noch besser kennen und konnten das Schuljahr gut ausklingen lassen. So freut sich wohl jeder auf ein weiteres erfolgreiches Jahr in der 2. Klasse und natürlich weitere tolle Klassenfahrten, auch wenn man sich als Informatiker mehr mit dieser „realen Welt“ auseinandersetzen muss. 

Bearbeiter 1: Elisabeth Konrad, 1AHIF

Bearbeiter 2: Daniel Tschlatscher, 1BHIF