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Auf den Spuren von Palladio und Scarpa

Datum: 01.06.2017
Kategorie: Hochbau HochbauMehr als TechnikSchule
Von: Chris Wagner

Kein Ort in Europa eignet sich besser als Norditalien, um die Genialität der beiden Architekten Carlo Scarpa und Andrea Palladio nachzuvollziehen.

Wir begaben uns auf die Suche nach den großartigen Villen, die in der nahen Umgebung von Venedig erbaut wurden, um diese zu analysieren und ein Grundwissen von der Architektur zu gewinnen. Unsere Reise führte uns zu den Sommerresidenzen der venezianischen Kaufleuten und Adeligen: Die Villen Emo, Foscari, Barbaro und Rotonda boten den Besitzern eine Flucht vor der sommerlichen Überhitzung der Stadt Venedig. Ausgestattet mit einem Skizzenblog studierten wir die Fassaden der Villen, die an die antiken Tempeln angelehnt sind. In Venedig durften wir uns natürlich die Querini stampalia foundation nicht entgehen lassen. Carlo Scarpa hatte ein perfektes Gespür für die Zusammensetzung verschiedener Materialien. Die Detailgenauigkeit und die Harmonie jedes einzelnen Raumes sind absolut sehenswert und bahnbrechend für die Weiterentwicklung moderner Architektur. Um auch den Gegensatz einer idyllischen Villa Rustica zu erleben, reisten wir weiter nach Vicenza, um dort den Baustil der Villa Chiericati zu studieren. Auch dem Teatro Olympico statteten wir einen Besuch ab. Das Teatro ist das erste Theatergebäude, das seit dem Ende der Antike in Europa errichtet wurde. Interessant ist, dass die tatsächliche Tiefe der Bühnenstadt von rund 12m aufgrund der Perspektive wie 200m wirken. An unseren letzten Tagen in Italien zog es uns nach Verona. In dem Castelvecchio wurde von Carlo Scarpa ein Teil des Schlosses in ein Museum umgebaut und dieses mit Präsentationvorrichtungen für die Museumsstücke ausgestattet. Auch dort konnte man die Detailverliebtheit, das Zusammentreffen von Werkstoffen verschiedener Stärken und die Kombination von Holz, Beton und Stahl wunderbar erkennen. Die Reise nach Italien hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Grundgedanke war, die Intention der vergangenen Architektur aufzuarbeiten, um einen Teil davon in der zeitgenössischen Architektur zu reflektieren. Vor allem die idealen Grundrissformen, die von Andrea Palladio festgelegt worden sind und die dazu gehörenden Raumhöhen, lassen sich problemlos in die heutige Architektur übernehmen.