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Diplomarbeiten 2013

Raphael Zitzenbacher und Karoline Mitterling

"Flüssiges Holz" - Hightech für die Zukunft

Diplomarbeit von Karoline Mitterling und Raphael Zitzenbacher

Als „Flüssiges Holz“ bezeichnet man den Biokunststoff Arboform, dessen Hauptbestandteil Lignin ist, ein organischer Stoff, der in allen Pflanzen vorkommt und bei der Papier- und Zellstoffindustrie in großen Mengen anfällt. Arboform ist absolut umweltfreundlich, da es gänzlich aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen besteht und somit 100% biologisch abbaubar ist. Ein großer Teil unserer Arbeit bestand darin, Arboform einer umfangreichen Materialprüfung zu unterziehen und die Ergebnisse genau festzuhalten. Auch versuchten wir, die Eigenschaften und Vorteile dieses Biokunststoffes mit denen von Massivholz zu vergleichen.

Bei der Suche nach Anwendungsmöglichkeiten im Tischlerei- und Einrichtungsbereich versuchten wir, für unterschiedlichste Objekte die „richtige Form“ zu entwerfen. Aufgrund der positiven akustischen Eigenschaften von Arboform fiel die Entscheidung schließlich auf die Entwicklung einer Lautsprecherbox. Es brauchte viele Skizzen bis letztlich ein Entwurf ausgewählt, ausgearbeitet und detailliert durchgeplant wurde.

Da eine Fertigung der Lautsprecherbox aus Arboform nur im Spritzgussverfahren möglich ist, dies in unserem Fall aus Kosten- und Zeitgründen aber nicht durchführbar war, entschieden wir uns, den Lautsprecherprototyp in der schuleigenen Werkstatt aus Massivholz zu fertigen. Starke Unterstützung wurde uns hier seitens der Werkstättenlehrer und der Schüler des 3. Jahrganges zuteil.

Wichtig waren uns auch wirtschaftliche Aspekte. So führten wir eine Kostenkalkulation durch, betrieben Marktforschung und versuchten ein Marketingkonzept für den Verkauf von Lautsprecherboxen aus dem Biokunststoff Arboform zu erstellen.

Betreuer: Prof. Arch. Dipl.-Ing. Georg Zimmermann mit FL. Ing. Andreas Lesacher, BEd

Upcycling - Möbel für die Zukunft

Diplomarbeit von Maria Rößler und Andrea Schützelhofer

Die immer schnellere Entwicklung unserer Gesellschaft hat eine steigende Zunahme von Abfällen zufolge, was zu einer sogenannten „Wegwerfgesellschaft“ geführt hat. Aufgrund dessen ist bei der Bevölkerung der Industriestaaten ein deutliches Umdenken in Bezug auf Ressourcen und die damit verbundenen Abfälle erforderlich. Man muss Alternativen zur herkömmlichen Abfallentsorgung finden. Ziel unserer Diplomarbeit ist es, einen Schritt in diese Richtung zu gehen. Im Gegensatz zum Recycling, das einen Vorgang bezeichnet, bei dem Abfallprodukte wiederverwertet oder in Sekundärrohstoffe verwandelt werden, kann durch Upcycling aus scheinbar wertlosen Abfallmaterialien durch Einsatz von Design und neusten Technologien etwas Höherwertigeres und ganz Neues geschaffen werden. Auf diese Art und Weise gibt man den Materialien, die ansonsten im Müll landen würden, eine zweite Chance, ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten unter Beweis zu stellen.

Wenn man ein Upcycling-Produkt herstellen will, muss man bedenken, dass jedes Material seine ganz bestimmten Vorteile, welche man zum Positiven nutzen kann, jedoch auch Nachteile die man beachten muss, hat. Im Großen und Ganzen kann man fast jedes Material beziehungsweise jeden Gegenstand in irgendeiner Art und Weise upcyceln, wie zum Beispiel Altpapier, Glas- und Plastikflaschen, Feuerwehrschläuche, Teile von alten Rädern, Karton, Plastik, Filz und vieles mehr.

Wir haben uns dafür entschlossen, in unserer Diplomarbeit den Schwerpunkt auf upgecycelte Möbel aus alten Autoteilen zu setzen. Aus den gewählten Materialien designten wir einen Beistelltisch aus zwei ausgedienten Kotflügeln und eine Wanduhr aus einem alten Lüftungsventilator, die wir in einer Autowerkstätte und in der schulinternen Werkstätte fertigten.

Betreuer: Prof. Arch. Dipl.-Ing. Nina Lorber mit FL. Ing. Andreas Lesacher, BEd

Sehen mit den Händen - Selbstständiges Wohnen für Blinde und sehbeeinträchtigte Menschen

Marie Brandstätter mit Lisa Kögler

Diplomarbeit von Marie Brandstätter und Lisa Kögler

"Barrierefreies Bauen" ist heutzutage für kaum jemanden noch ein unbekannter Begriff. Behindertengerechte Gebäude sind mittlerweile Standard und viele, im Bereich Architektur und Möbelbau Beschäftigte, befassen sich mit diesem Thema. Leider wird hierbei nur allzu oft auf eine andere Gruppe Beeinträchtigter vergessen; die Bedürfnisse blinder und sehbeeinträchtigter Menschen werden meist zu wenig berücksichtigt. Ziel unserer Diplomarbeit ist es, dass auch für Menschen mit dieser Beeinträchtigung ein selbstständiges Wohnen möglich gemacht wird. Hauptsächlich konzentriert sich unsere Arbeit auf den Bereich Küche, da diese nicht nur "das Herz des Hauses" ist, sondern auch der Ort, an dem sehbeeinträchtigte und blinde Menschen die größten Probleme haben, Alltägliches zu bewältigen.

Ein wesentlicher Punkt war es, das Ausmaß einer stärkeren Sehbeeinträchtigung oder Blindheit besser verstehen zu lernen. Nach Interviews mit Betroffenen und Selbstversuchen planten wir eine Küche, von der wir hoffen, dass sie sowohl sehbeeinträchtigten als auch blinden Menschen das Leben wesentlich erleichtern kann. Wir haben versucht, für unterschiedliche Küchentypen das jeweils optimale Grundriss- System zu entwickeln. Dieses wurde in Folge auf die Planunterlagen der entsprechenden üblicher, bereits bestehender Küchen übertragen. Diese Systemskizzen sollen bei künftigen Planungen von Küchen für Sehbeeinträchtigte herangezogen werden können und Grundlage für eine Anpassung an deren spezielle Bedürfnisse sein. Der Küchentyp in U-Form wurde im Detail durchgeplant und mit einem von uns entwickelten taktilen Informations- und Leitsystem versehen. Ein von uns angefertigter Prototyp eines Küchenelementes mit Ober- und Unterschrank samt taktiler Arbeitsfläche soll das Ergebnis unserer Arbeit veranschaulichen.

Betreuer: Prof. Arch. Dipl.-Ing. Georg Zimmermann mit FL. Dipl.-HTL-Ing. Bernhard Santner BEd